Themen


Dossiers


News / 11. November 2009

Neue Besetzungen in Mainz, Essen, Duisburg und Dresden

Besetzung des Karo 5 in Darmstadt

Am 10. November wurden weitere Hörsäle besetzt: In Mainz, Essen, Duisburg und Dresden zogen Studierende in ihre neue Räumlichkeiten ein. Damit erfolgt erstmals ein Schulterschluss von österreichischen und Studierenden in Deutschland. Darüber hinaus stehen am 17. November größere Demonstrationen im Rahmen des bundesweiten internationalen Bildungsstreiks an.

Der AStA der Uni Kiel fuhr durch ganz Deutschland und sammelte unter dem Motto Care for Vienna Care-Pakete in vielen Hochschulstädten ein. Inzwischen sind sie in Linz angekommen. Die Bewegung in Österreich kann sich durchaus sehen lassen, das zeigen die Zahlen auf der kürzlich neu gestalteten Homepage unsereuni.at: 30000 Facebook Fans, 30000 Tweets (Twitter-Gezwitscher), 24 besetzte Unis bzw. Hochschulen. In Deutschland hingegen wurde im Juni mit 270.000 Demonstrationsteilnehmern an einem Tag
eine neue Marke gesetzt, die es der Politik seither unmöglich macht, Bildungsansprüche weiter zu ignorieren. Erstmals findet eine breite öffentliche Kritik am Bologna-Prozess statt – statt nur auf Fachschafts- oder Fachbereichssitzungen.

Der Leistungsdruck und die schwindende Selbstbestimmung entlarven die auf Konkurrenz im Ellenbogenverfahren abzielende “Reform”. Der Beginn des Bologna-Prozesses war bereits durch und durch falsch: 20 Minister klüngeln etwas im Hinterzimmer aus. Nun gilt es den Spieß umzudrehen: Der Bildungsbegriff muss nun breit diskutiert werden und ein GEGENENTWURF zum Bologna Prozess geschaffen werden. Der puren Verwertungslogik, in der Bildung nur noch als Input und Output gemessen wird, in der die Menschen zu Kunden, Objekten oder Humankapital entmenschlicht werden, muss entgegengetreten werden.

Es geht also nicht darum, um primär für seine eigenen Interessen zu betteln (wie Betreuungsrelation Studierende<->Profs, mehr “Geld” für “Bildung”) sondern darum, dass man die gesellschaftliche Akzeptanz dafür schafft, dass Bildung als Menschenrecht eines jeden Individuums verstanden wird.

Diese Newsmeldungen könnten Dich auch interessieren:

Pressemitteilungen im Zusammenhang mit dieser News:

Infobox:

Medien

Revolutionäre Politik ist immer auch ein Ringen um das Bewußtsein der Massen; insofern ist sie elitär, als dieses Bewußtsein zuerst von wenigen ausgebildet wird; und sie ist zugleich antielitär, als sie danach strebt, das Privileg der Minderheit aufzuheben und ihr Bewußtsein zur Jedermannsphilosophie werden zu lassen. (...) Erst wenn die Kultur der Beherrschten zur dominierenden wird, ist er Boden für die Revolution bereit. DIe Hegemonie besitzt, wer die Weltanschauung der Menschen prägt.
(Hans Heinz Holz)