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News / 13. November 2009

HRK-Mitgliederversammlung tagt in Leipzig

Mitbestimmung

Am 23. und 24. November tagt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig. Sich selbst als die Stimme der Hochschulen bezeichnend, ist die HRK eine nicht legitimierte Lobbyorganisation. Sie tritt beispielsweise für Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen ein und ist maßgeblich an der Umsetzung des Bolognaprozesses in Deutschland beteiligt. Nun hat die HRK kurzfristig Studierende für ihre Tagung angefragt, um mit ihnen in einen Dialog zum Thema Bologna zu treten.

“Hier werden Studierende eingeladen, um die HRK zu legitimieren”, kritisiert Dorothee Riese, Sprecherin der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS). Der KSS sind mehrere Anfragen an mögliche DiskussionsteilnehmerInnen bekannt, die wahllos und kurzfristig an persönlich bekannte oder der HRK nahe stehenden Studierende erteilt wurden. Legitimierte Studierendenvertretungen wurden, trotz mehrmaligem Verweis, zum großen Teil offenbar bewusst ausgeklammert. “Die Studierende haben demokratisch gewählte Gremien und VertreterInnen. Würde die HRK wenigstens diese einladen, würde der Versuch, sich zu legitimieren nicht ganz so hilflos erscheinen ”, so Thomas Oertel Sprecher der KSS. Die HRK bezeichnet sich selbst als die Stimme der deutschen Hochschulen. “Das stimmt schlicht und ergreifend nicht. Die HRK umfasst lediglich die RektorInnen und PräsidentInnen”, erklärt Ulrike Nack, Mitglied des LandessprecherInnenRates der KSS und Sprecherin des StudentInnenRates der Universität Leipzig (StuRa UL). Die anderen Mitgliedergruppen der Hochschulen, die Studierenden sowie die MitarbeiterInnen, haben keinen Einfluss auf die HRK, geschweige denn Mitbestimmungsrecht. Ulrike Nack weiter: “Hier werden öffentlich Positionen im Namen der Hochschulen bezogen, ohne eine Grundlage für solche Behauptungen zu haben”.

“Die Einladungen der HRK an Studierende sind daher nur ein schwacher Versuch, sich der Kritik zu entziehen”, fasst Dorothee Riese zusammen. “Für uns nur ein Grund mehr, am 24. November in Leipzig gegen eine nicht legitimierte Organisation und deren inakzeptablen Positionen zu einer Vielzahl von Themen aus der Bildungspolitik zu demonstrieren und aktiv gegen die HRK vorzugehen”.

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Ich würde, auf die Gefahr hin, daß sie mich einen Philosophen schelten, der ich nun einmal bin, sagen, daß die Gestalt, in der Mündigkeit sich heute konkretisiert, die ja gar nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann, weil sie an allen, aber wirklich an allen Stellen unseres Lebens überhaupt erst herzustellen wäre, daß also die einzige wirkliche Konkretisierung der Mündigkeit darin besteht, daß die paar Menschen, die dazu gesonnen sind, mit aller Energie darauf hinwirken, daß die Erziehung eine Erziehung zum Widerspruch und zum Widerstand ist.
(Adorno, T. W. - Erziehung zur Mündigkeit)